Cybermobbing-Prävention – erstmals als Online-Seminar

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Corona hat durch Kontaktbeschränkungen und Distanzlehre die ohnehin bereits hohe Mediennutzungszeit von Kinder und Jugendlichen weiter erhöht. Soziale Kontakte haben sich weiter ins Internet verlagert und Cybermobbing neuen Nährboden gegeben. (siehe Studie “Cyberlife III” vom Bündnis gegen Cybermobbing e.V.)

Eine Präsenzveranstaltung war aufgrund von Corona nicht möglich, daher hat sich die Ländliche Erwachsenenbildung Brandenburg e.V. mit der Klasse 8b der Kooperationsschule Friesack für eine Online-Variante des Projekts entschieden.

Das Cybermobbing-Projekt in der ersten Juniwoche 2021 der Ländlichen Erwachsenenbildung Brandenburg e.V. diente der Herausbildung und Stärkung von sozialen und personalen Schlüsselkompetenzen. Insbesondere die Kommunikations-, Konfliktfähigkeit und Selbstorganisation wurden gestärkt. Die Schüler:innen erlernten Methoden der Gesprächsführung, insbesondere im digitalen Austausch. Sie wurden befähigt Gefahren wie (Cyber-)Mobbing zu erkennen und auch gruppendynamische Prozesse, die dort verankert sind, bewusst wahrzunehmen. Beratungsmöglichkeiten wurden aufgezeigt und Handlungsalternativen gemeinsam erarbeitet. Im Fokus des Projektes stand hierbei der verantwortungsvolle Umgang mit den sozialen Medien. Ziel war es auch die Schüler:innen über Wirtschaftsinteressen an Daten, Datenschutz und Privatsphäre aufzuklären. Auf der anderen Seite wurden die Schüler:innen als Expert:innen angesprochen, welche Sichtweisen und Empfehlungen Sie an die Erwachsenenwelt weitergeben möchten.

Baustein 1: Lebenswelt Internet und Social Media

Die Schüler:innen wurden mit Zahlen, Fakten und Fragen konfrontiert: Wieviele Mädchen und Jungen nutzen verschiedene Apps zur Selbstinszenierung? Wieviele haben im Bekanntenkreis von Hasserfahrungen im Internet gehört? Wieviele Jugendliche würden sich als Internetsüchtig bezeichnen? Es wurden Zeichen von digitaler Abhängigkeit besprochen. Welche Apps nutzen sie dabei am häufigsten? Im Anschluss ging es um Datensicherheit und Privatsphäreeinstellungen. Wieviel geben die Jugendlichen von sich und anderen preis? Was hat dies mit Cybermobbing zu tun? Auch wird gefragt, was Unternehmen mit den Daten der Jugendlichen anstellen und wie diese damit Geld verdienen?

Baustein 2: Emotionen im Netz und Netiquette

Jugendliche hinterfragten wie Sprache und Bilder im Internet unterschiedliche Emotionen hervorrufen können. Den Jugendlichen wurde ein mögliches Regelwerk für eine Netiquette vorgestellt, z.B. keine Bilder anderer Personen ohne Erlaubnis oder keine Beleidigungen. Gemeinsam wurden die jeweiligen Regeln hinterfragt. Welche Regeln können Cybermobbing verhindern? Abschließend wurde ein fiktiver Chatverlauf einer WhatsApp-Gruppe besprochen. Die Schüler:innen wurden aufgefordert zu überlegen, wie sich sich an der Diskussion beteiligen wird und wie sie sich für Opfer einsetzen würden. Abschließend wurd noch das Thema „Sexting/Cybergrooming“ angeschnitten.

Baustein 3: Jugendliche sind die Expert:innen

Wie sehen die Jugendlichen das Medienverhalten der eigenen Eltern, auch gegenüber sich oder Geschwistern? Was macht das Internet für alle so gefährlich? Und was tun sie aktiv für eine gewaltfreie Kommunikation in der Schule? Hierbei wurden die Jugendlichen anhand von Beispielen gefragt, welches Verhalten sie sich von Erwachsenen und anderen Schüler:innen wünschen, sobald ein Cybermobbing-Fall auftritt, z.B. direktes Ansprechen. Sie werden gefragt, welche Maßnahmen an Schulen sie als effektiv und effizient einschätzen. Abschließend wurden die Schüler:innen mit aktuellen Zeitungsartikeln konfrontiert, die sich über aktuelle Online-Trends von Kindern und Jugendlichen äußern.

Baustein 4: Rechtliche Grundlagen bei Mobbing

Die Schüler:innen erfuhren wichtige Teile des Strafgesetzbuches sowie des Bürgerlichen Gesetzbuches und inwiefern diese bei Cybermobbing eine Rolle spielen. Hierbei wurden die Schüler:innen mit Fragen und Aussagen konfrontiert, inwiefern sie Cybermobbing als Straftat betrachten, ab welchem Alter und wie die Täter:innen belangt werden könnten sowie welche Persönlichkeitsrechte von Opfern dabei verletzt werden und wie diese geschützt sind. Die Jugendlichen wurden eingeladen die gegebenen Schutzmechanismen mit ihrer Realität zu vergleichen. Wie und wie oft werden Beleidungen verfolgt, angezeigt oder geahndet? Wer kommt in welchen Fällen ungestraft davon und warum?

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